Der Satz von Sebastian Matthes über Führungskräfte auf dem Weg nach Mallorca ist unangenehm.
Nicht, weil Mallorca das Problem wäre. Ich war auch schon froh, wenn ich irgendwo kurz Luft bekommen habe. Wer gründet, führt oder Verantwortung trägt, kennt diesen Fluchtimpuls sehr gut.
Aber der Satz bleibt hängen, weil fast jeder sofort ein Bild im Kopf hat.
Der Kalender ist voll.
Die Kamera ist an.
Die Worte stimmen.
Nur die Verantwortung ist irgendwie nicht mehr im Raum.
→ ES GEHT NICHT UM BÜRO
Homeoffice ist nicht der Feind. Freiheit in der Arbeitswelt ist ein Fortschritt.
Viele Menschen arbeiten heute härter, fokussierter und verantwortlicher als früher. Manchmal sogar am Küchentisch zwischen Kind, Hund und viel zu kaltem Kaffee.
Der Punkt ist ein anderer.
Veränderung entsteht selten dort, wo alle nur noch sauber verwalten, wer wann eingewählt ist.
→ ES GEHT UM SICHTBARE FÜHRUNG
Wer Aufbruch will, muss auftauchen, wenn es unbequem wird.
Nicht als Kontrolle. Nicht als Misstrauen. Nicht als Rückkehr zur Stechuhr.
Sondern als Signal:
Ich bin da.
Ich trage das mit.
Ich mute mir selbst zu, was ich von anderen erwarte.
→ DEUTSCHLAND BRAUCHT ANWESENDE VERANTWORTUNG
Reformen helfen. Technologie hilft. Neue Arbeitsmodelle helfen.
Aber kein Land modernisiert sich, wenn die Menschen, die führen sollen, innerlich schon auf Abstand gegangen sind.
Vielleicht beginnt Transformation manchmal ganz unspektakulär.
Mit einem Menschen, der nicht nur sagt: „Wir müssen da durch.“
Sondern der im Raum bleibt, wenn es schwierig wird.
Credit: Sebastian Matthes
Martin Bonner • Glow4.eu
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