„Wer auf die Herausforderungen der Gegenwart mit der Verteidigung des Bestehenden antwortet, hat die Lage nicht verstanden.“
Dieser Satz hat mich wirklich getroffen.
Ich habe ihn bei Peter Kurz gelesen. Er stammt aus einem Gastbeitrag, den er gemeinsam mit Philipp von der Wippel für DIE ZEIT geschrieben hat. Es geht darin um die Zukunft unserer Demokratie. Für mich reicht dieser Gedanke weit darüber hinaus.
Wir erleben gerade Veränderungen, die sehr vieles infrage stellen, worauf wir uns jahrzehntelang verlassen haben. Geopolitisch, wirtschaftlich, ökologisch und technologisch. Und alles hängt miteinander zusammen.
Trotzdem versuchen wir vielerorts, die Welt von gestern zurückzuholen.
Dabei kommt sie nicht zurück.
→ Schauen wir auf Europa. Wirtschaftliche Macht verschiebt sich, Abhängigkeiten werden sichtbar, Technologien verändern ganze Industrien. Einzelne europäische Länder werden in dieser Welt immer weniger allein ausrichten können.
Dabei haben wir großartige Unternehmen, Forschung, Technologien und Menschen mit Ideen. Wenn wir diese Möglichkeiten über Grenzen hinweg viel besser zusammenbringen, können wir wirtschaftlich mehr bewegen und international stärker mitgestalten.
Ich bin überzeugt, dass Europa viel mehr kann, als wir heute gemeinsam nutzen.
→ Und dann unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Der WWF dokumentiert für beobachtete Wirbeltierpopulationen einen durchschnittlichen Rückgang im Living Planet Index von 73 Prozent zwischen 1970 und 2022.
Unsere Landwirtschaft, Wasserversorgung und Industrie hängen von funktionierenden Ökosystemen ab. Was wir ökologisch zerstören, wird irgendwann auch wirtschaftlich zur Rechnung.
Gleichzeitig verändert künstliche Intelligenz schon heute unsere Arbeit. Wir müssen Regeln entwickeln, Risiken begrenzen und Menschen befähigen, neue Möglichkeiten zu nutzen. Die Weichen dafür stellen wir jetzt.
→ Und damit zurück zur Demokratie.
Unsere Freiheit, unsere Menschenwürde und unser Rechtsstaat sind Werte, die wir schützen müssen. Aber Menschen müssen auch erleben, dass sie etwas bewirken können. Dass ihre Ideen zählen und ihre Beteiligung Entscheidungen verändert.
Das verlangt von denen, die heute Verantwortung tragen, auch Einfluss zu teilen. Gerade mit den jüngeren Generationen.
Ich bin 55. Und ich möchte nicht irgendwann zurückblicken und sagen, wir hätten all das kommen sehen, aber zu lange am Gewohnten festgehalten.
Wir haben in Europa unglaubliche Möglichkeiten. Wir müssen die Menschen, die etwas bewegen wollen, stärker zusammenbringen und gemeinsam anfangen.
Denn die Zukunft wird sowieso kommen. Wie wir in ihr leben, können wir heute noch mitentscheiden.
Martin Bonner · GLOW FOR EUROPE
THE STEP BEFORE THE MATCH.
For a sovereign, future-ready Europe.
Credit & Inspiration: Peter Kurz und Philipp von der Wippel, Gastbeitrag in DIE ZEIT. Wissenschaftliche Quelle: WWF Living Planet Report 2026.
Quellenlinks im ersten Kommentar.
